Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Ruhrgebiet
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Assistierter Suizid – Die Debatte um Freiheit und Würde am Lebensende

Kurs-Nr: A22-54

Zielgruppe:
Palliativmediziner, Pflegende und Angehörige anderer Berufsgruppen, die an der Palliativmedizin, Palliativpflege und hospizlichen Betreuung beteiligt sind

Kursleitung:

Nathalie Eleyth
Gesa Branding



Veranstaltungsort:

Seminarzentrum am Ev. Krankenhaus Herne- Mitte



Teilnehmerzahl:
16 – 20

Teilnahmegebühr:
115,00€


Termin:
Dienstag, 25.10.2022
10:00 - 15:00 Uhr

 

Assistierter Suizid – Die Debatte um Freiheit und Würde am Lebensende

 

Das Bundesverfassungsgericht erklärte mit seinem Urteil vom 26.02.2020 das in § 217 des Strafgesetzbuchs (StGB) geregelte Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung für verfassungswidrig und nichtig.

In ihrer Begründung erläuterten die Karlsruher Richter*innen, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasse. Dieses Recht schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und hierbei die freiwillig geleistete Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen.

Die in Wahrnehmung dieses Rechts freiverantwortlich getroffene Entscheidung einer Person – entsprechend ihres Verständnisses von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz – ihr Leben zu beenden, ist somit von Staat und Gesellschaft zu respektieren.

Das Echo, welches die Entscheidung des BVerfG hervorgerufen hat, zeigt wie kontrovers Freiheit und Würde am Lebensende verstanden werden. Während Befürworter*innen der höchstrichterlichen Entscheidung eine empathisch-akzeptierende Grundhaltung gegenüber Sterbewünschen unter Bezugnahme auf das hohe Gut der Selbstbestimmung einfordern und eine professionelle Suizidassistenz auch berufsrechtlich ermöglichen wollen, verweisen Gegner*innen darauf, dass die Option des assistierten Suizids auf kranke oder pflegebedürftige Menschen Druck ausübt. Ferner könne früher oder später auch der Schutzwall gegen die aktive Sterbehilfe fallen.

 

Die Fortbildung stellt die aktuelle Rechtslage vor und möchte umfassend in die ethische Debatte um die Suizidbeihilfe einführen, die insbesondere von religiösen bzw. weltanschaulichen Vororientierungen geprägt ist und in Deutschland auch im langen Schatten der systematischen Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus steht.

Ziel der Veranstaltung ist, die Teilnehmenden zur reflektierten ethischen Urteilsbildung bezüglich des assistierten Suizids zu befähigen.

  

Besondere Hinweise:

  • Teilnahmebescheinigung


Anmeldeformular